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Röntgen: Zwischen Nutzen und Risiko

1895 hat der deutsche Physiker Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgen Strahlung entdeckt und diese Entdeckung gilt heute noch als Meilenstein der Medizin. Röntgenstrahlen ermöglichen es uns in den Körper hineinzusehen ohne ihn aufzuschneiden.

So funktionieren die Computertomografie und das Röntgen

Oft hört man von Ärzten das Wort Computertomografie, viele wissen jedoch nicht, dass es sich dabei um eine Röntgenform handelt. Der Körper wird dabei mit einer ionisierenden Strahlung quasi durchleuchtet, dabei kommt die Strahlung durch weiches Gewebe, allerdings nicht durch feste Strukturen, wie zum Beispiel durch Knochen. Dadurch entsteht ein Bild vom Inneren des Patienten.

Die Strahlung bei einem solchen Verfahren war vor ungefähr 30 Jahren noch wesentlich höher, mittlerweile konnte diese für die meisten Röntgenuntersuchungen stark gemindert werden.

Unterschiedliche Strahlung bei unterschiedlichen Untersuchungen

Die Röntgenstrahlung wird in Millisievert (mSv) gemessen und fällt bei verschiedenen Röntgenuntersuchungen unterschiedlich hoch aus.

Bei einer gängigen Zahnaufnahme bei seinem Zahnarzt liegt der Wert bei weniger als 0,01 mSv, bei einer Abbildung des Bauchraums kann er bei bis zu 8-20 mSv liegen. Es ist also eine große Spanne bei den verschiedenen Untersuchungen zu verzeichnen.

Das Risiko mit der Strahlung

Jede Computertomografie und jede Röntgenuntersuchung erhöht die Strahlenbelastung des Patienten. Eine hohe Strahlenbelastung kann das Krebsrisiko erhöhen, deshalb gibt es hierfür Richtwerte. 20 mSv in einem Kalenderjahr sollten für beruflich strahlenexponierte Personen nicht überschritten werden, bei Minderjährigen gilt der Wert von 1 mSv.

Dabei wird allerdings nicht nur beachtet, wie oft man sich röntgen lässt, die Höhenstrahlung bei einem Flug wird ebenfalls mit einbezogen. Für einen Langstreckenflug liegt der Wert bei bis zu 0,1 mSv.

Das Abwägen von Strahlung und Nutzen 

Es ist wichtig eine Röntgenuntersuchung zu hinterfragen und den Nutzen und das Risiko abzuwägen. Besonders häufig wird bei Rückenschmerzen geröntgt. Dabei lassen sich zwar Diagnosen stellen, allerdings bieten diese dann oft keinen Mehrwert, weil die Behandlung die gleiche bleibt. Bei einer solchen Untersuchung geht es meist um die Gewissheit für den Arzt, dass nicht mehr dahinter steckt.

Wer sich einer solchen Untersuchung unterziehen will, der sollte mit einer Radiologie seines Vertrauens sprechen und sich dort ausgiebig beraten lassen.

Röntgen kann Leben retten 

Bei all dem Risiko hat dieses Verfahren aber schon viele Leben gerettet. Wenn bei einem Verkehrsunfall beispielsweise der Kopf betroffen ist, bleibt häufig nicht viel Zeit. Außerdem müssen die Ärzte ein genaues Bild der Verletzungen haben, um operieren zu können. Das ist durch ein Röntgenbild gegeben. Aber auch bei Krankheiten, kann ein Röntgenbild die Rettung sein. So lassen sich zum Beispiel Tumore oder Brustkrebs bereits im frühen Stadium erkennen.

Es ist manchmal also lebensnotwendig sich röntgen zu lassen. Experten empfehlen jedem sich einen Röntgenpass machen zu lassen. Damit wissen die Radiologen genau, wann welche Aufnahme gemacht worden ist und können eventuell sogar auf bereits vorhandene Aufnahmen zurückgreifen.

Auch wenn man die Risiken der Strahlenbelastung einer Röntgenuntersuchung nicht außer Acht lassen sollte, ist es also gut, dass die Medizin auf dieses Diagnoseverfahren zurückgreifen kann. Es gilt dennoch: So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich.

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